#16 INAPARI, PUERTO MALDONADO

MAI 2022

Wir erreichen Peru und sind ein wenig nervös ob der Grenzübergang reibungslos klappen wird. Der Beamte sagt uns ins angrenzende Gebäude zu gehen um uns anzumelden. Wir kommen in einen kleinen Raum gefüllt von Menschen, an den Wänden hängen große Fotos mit Beschreibungen. Nach längerem Betrachten merke ich, dass das Anzeigen für Kopfgelder sind, wie im wilden Westen… Wir sind jetzt aber im wilden Peru.

Das spüren wir gleich schmerzlich als uns wieder mal sinnlos Geld aus der Tasche gezogen wird. Der Beamte will Passkopien von uns und eine Kopie der Zulassung. Hinter dem Beamten steht ein riesiger Drucker, er ist aber nicht bereit dazu hier die Dokumente zu vervielfältigen. Nein wir sollen zum Nachbarn. Nebenan steht schon eine Frau im Hauseingang mit einem kleinen Drucker und verlangt 50 Soles pro Kopie (das sind 12.50 Euro!). Zurück bei dem Beamten nimmt er die Kopien entgegen, schaut sie kurz an und entsorgt sie unauffällig im Kübel unter seinem Schreibtisch. Flo meint das gehört zum Süd-Amerika-Feeling einfach dazu ein wenig abgezockt zu werden. Ich hoffe das die zwei unser Geld wenigstens sinnvoll investieren…

Immerhin hat alles reibungslos funktioniert, wir bekommen alle Papiere, das Auto ist auch genehmigt. Also machen wir uns auf in die nächst größere Stadt Puerto Maldonado, denn wir müssen hier noch eine Haftpflicht-Versicherung für das Auto abschließen und eine neue Sim-Karte organisieren.

Wir sind überrascht wie sich das Land direkt nach der Grenze von Brasilien unterscheidet. Besonders die Menschen sehen hier komplett anders aus. Wir sind von den Kindern, Omas und Opas verzaubert, sie haben wunderschöne Gesichter. Das Verkehrsaufkommen unterscheidet sich sehr, hier gibt es unzählige Motorräder und Tuk Tuks. In den Orten wuselt es regelrecht, überall wird gehupt und mit den Händen rumgefuchtelt. Aber eine erfreuliche Abwechslung… die Straßen sind in wunderbarem Zustand und wir genießen es über den ruhigen Asphalt hinweg zu gleiten. Schnell erreichen wir Puerto Maldonado.

In der Stadt angekommen wird es wieder wild, von links und rechts schlängeln sich Mopedfahrer um unser Auto. Wir lassen uns sich nicht stressen und wir kommen endlich wieder an einem Campingplatz unter. Naja eigentlich ist es ein Schwimmbad aber wir können hier auf einer großen Wiese übernachten. Dusche und WC stehen uns zur Verfügung und es ist ruhig, ja schon regelrecht friedlich. Morgens und zum Sonnenuntergang tummeln sich hier kleine, schwarze Äffchen in den Bäumen. Wir erkunden die Stadt, versorgen uns auf den Märkten mit frischem Obst und Gemüse. Wir trinken frisch gepresste Säfte, die hier an jeder Straßenecke angeboten werden. Da unsere Fahrt nach Manaus ja leider nicht geklappt hat, holen wir das Regenwald-Abenteuer wenigstens hier ein wenig nach. Wir fahren auf einem Nebenarm vom Amazonas dem Rio Madre de Dios mit einem Boot ein paar Kilometer und wandern dann durch den Wald bis zu einem weiteren Fluss auf dem wir dann mit einem Ruderboot die Gegend erkunden. Es ist ganz bezaubernd wir sehen Taranteln, riesige Ameisen, viele Affenarten (sogar meine geliebten Totenkopfäffchen) und weitere exotische Tiere . Besonders von den Brüllaffen sind wir fasziniert, die hier ein unglaublich lautes Spektakel in den Bäumen veranstalten. Schon ein wenig unheimlich, wir können so viele Tiere hören und so „Wenige“ sehen. Ich will mir gar nicht vorstellen wir viele Augenpaare uns aus dem Dickicht beobachten. Auch wenn es noch ein wenig schmerzt das wir das Amazonasgebiet Brasiliens aufgeben mussten können wir hier noch ein wenig die Natur genießen. Bald geht es für uns Bergauf, das nächste Ziel ist die Stadt Cusco auf 3.400 Höhenmeter.

Daher genießen wir noch ein paar Tage das warme Klima, die Vegetation und die kleinen, frechen Affen.

 


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