#12 FOZ DO IGUACU
APRIL 2022
Von Dreizehnlinden fahren wir über Santa Catarina in den Bundestaat Parana. Endlich angekommen in Stadt Foz do Iguacu am Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay.
Iguazu bedeutet in der Sprache der Guarani-Indianer „großes Wasser“. Das nenne ich mal die totale Untertreibung, denn eigentlich müsste es „gigantisch großes Wasser“ heißen. Wir besuchen die gigantischen Wasserfälle und das gigantische Wasserkraftwerk. Um das Wort gigantisch zu verstehen hier ein paar Daten:
Cataratas Iguacu
· 20 größere sowie 255 kleinere Wasserfälle auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern
· Breitesten Wasserfälle der Welt
· Iguacu gehört zu den 7 Naturwundern der Erde
· 7000 Kubikmeter Wasser in der SEKUNDE fließen hier die Schluchten hinunter
Itaipu-Kraftwerk
· Gesamtkapazität des Kraftwerkes = 14.000 Megawatt
· 80% des Stromes von Paraguay und 17% des Stromes von Brasilien werden hier erzeugt
· Über 3.000 Angestellte im Kraftwerk
· Staumauerlänge: 7,7 Kilometer
· Der Stausee ist 170 KILOMETER lang, durchschnittlich 100 Meter tief und 7–12 km breit
· Wasseroberfläche des Stausees: 1.350 km² (zum Vergleich: Bodensee: 539 km²)
· 12,57 Millionen Kubikmeter Beton wurden verbaut
Seit wir hier sind verstehen wir zwei Begriff „Naturgewalt“ und „Massentourismus“ noch besser. Wir haben eine tolle Zeit erwischt, der Wasserstand ist hoch. Die Wasserfälle können mit ihren ganzen Kraft protzen. Gewaltige Wassermassen rauschen mit tosendem Lärm über die Schluchten. Mit dem kleinen Nachteil, dass uns die Gischt die Aussicht auf die Wasserfälle und den Fluss erschwert. Manchmal scheint es uns so als wären wir in einer Disney-Wunder-Welt gefangen, spektakuläre Wasserfälle mit kitschigen Regenbogen im Vordergrund. Doch wieder angekommen in der Wirklichkeit stehen wir in durchnässter Kleidung in Mitten von Massen aus Selfiestock-Touris. Natürlich zieht so ein besonderer Ort viele Besucher an. Zweifellos will auch jeder ein Stück vom großen Touri-Kuchen und wo es was zum verdienen gibt, wird kräftig verlangt. Würden wir es anders machen? Extreme Hitze vor allem auch nachts machen diese Tage zu einer Herausforderung. Wir haben viel zu sehen, und auch viel zu bereden. Flo und ich werden regelmäßig zu hitzigen Diskussionen verleitet, es geht um Naturschutz, Wasserkraft, Energie, Tourismus, … dieser Ort protz nur so vor Gegensätzen.
Der sauberen Energieerzeugung durch Wasserkraft stehen viele negative Aspekte gegenüber. Auch wenn die Relation zwischen dem Eingriff in die Natur und dem Nutzen aufgrund der produzierten Energiemenge günstig ist, hat seine Errichtung die Umwelt verändert. Einige Tausend Ureinwohner verloren ihre Heimat, insgesamt mussten etwa 40.000 Menschen umgesiedelt werden. Für die Errichtung des Kraftwerks wurde atlantischer Regenwald abgeholzt und dauerhaft überflutet. Völlig surreal stehen jetzt die einst vertriebenen Guarani-Indianer wieder am Eingangstor der Tourismusinformation und verkaufen ihre Holzfiguren. Dieser Ort gibt uns viel zu Denken.
Dennoch können wir sagen das am Schluss die Naturgewalt haushoch gegenüber dem Massentourismus siegt.
BRA & ARG: Iguacu Wasserfälle